Zum Inhalt springen

Pflegeheimkosten steigen auf mehr als 3.300 Euro

Die monatliche Eigenbelastung erreicht im ersten Aufenthaltsjahr einen neuen Höchststand, während die Bundesregierung über eine Reform der Pflegeversicherung berät.
14. Juli 2026 durch
Redaktion

Die durchschnittlichen Pflegeheimkosten für Bewohner stationärer Pflegeeinrichtungen in Deutschland sind erneut gestiegen. Zum 1. Juli 2026 lag die monatliche Eigenbelastung im ersten Aufenthaltsjahr bundesweit bei durchschnittlich 3.364 Euro. Gegenüber dem Jahresbeginn entspricht dies einem Anstieg von 119 Euro, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 256 Euro. In diesem Betrag sind neben den pflegebedingten Eigenanteilen auch Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Investitionen der Einrichtungen sowie die Pflegeausbildung enthalten.

Zwischen den Bundesländern bestehen erhebliche Unterschiede. Die höchste durchschnittliche Eigenbeteiligung im ersten Aufenthaltsjahr wurde zum 1. Juli 2026 in Bremen mit 3.761 Euro ermittelt. Es folgte das Saarland mit 3.695 Euro. Am niedrigsten lag die monatliche Belastung in Sachsen-Anhalt mit durchschnittlich 2.891 Euro. Die tatsächlich zu zahlenden Beträge unterscheiden sich zusätzlich je nach Einrichtung und deren Vergütungsvereinbarungen.

Ein wesentlicher Grund für den Anstieg sind höhere Personalausgaben der Pflegeeinrichtungen. Seit 2022 können Einrichtungen grundsätzlich nur dann Versorgungsverträge mit den Pflegekassen schließen, wenn sie ihre Pflege- und Betreuungskräfte nach Tarif oder auf einem vergleichbaren Niveau bezahlen. Zusätzlich sind die durchschnittlichen Aufwendungen für Unterkunft und Verpflegung gestiegen.

Parallel zu den aktuellen Zahlen arbeitet die Bundesregierung an einer Reform der Pflegeversicherung. Gegenstand der Beratungen sind unter anderem die Finanzierung der Pflegekassen und die Ausgestaltung bestehender Leistungen. Über die konkreten Änderungen ist bislang nicht abschließend entschieden worden.

Auswirkung auf deutsche Unternehmen

Steigende Eigenbeteiligungen können Beschäftigte mit pflegebedürftigen Angehörigen zusätzlich belasten. Flexible Arbeitsmodelle und Pflegefreistellungen gewinnen dadurch weiter an Bedeutung.

Handlungsempfehlungen

  1. Bauen Sie flexible Arbeitsmodelle weiter aus: Gleitzeit, mobiles Arbeiten oder individuell abgestimmte Arbeitszeiten helfen Beschäftigten, Beruf und familiäre Verpflichtungen besser miteinander zu vereinbaren.

  2. Führen Sie regelmäßige Mitarbeitergespräche: Sprechen Sie frühzeitig über persönliche Belastungen Ihrer Beschäftigten. So lassen sich gemeinsam Lösungen finden, bevor Ausfälle oder längere Fehlzeiten entstehen.

  3. Stärken Sie Ihre Arbeitgeberattraktivität: Angebote wie Gesundheitsmanagement, Beratungsleistungen oder familienfreundliche Maßnahmen erhöhen langfristig die Mitarbeiterbindung und verschaffen Ihnen Vorteile im Wettbewerb um Fachkräfte.

Bildquelle¹: © die Mitteilung / KI-Erstellung mit ChatGPT (OpenAI), 2026



Redaktion 14. Juli 2026
Diesen Beitrag teilen
Archiv