In Russland sind erneut Produktionsstandorte eines ausländischen Industriekonzerns unter staatliche Verwaltung gestellt worden. Mehrere Werke, die zuvor von einem europäischen Baustoffhersteller betrieben wurden, werden nun nicht mehr durch das Unternehmen selbst geführt, sondern von einer durch den Staat eingesetzten externen Verwaltung kontrolliert.
Die Maßnahme erfolgte auf Grundlage eines rechtlichen Rahmens, der es den russischen Behörden erlaubt, Vermögenswerte von Unternehmen aus sogenannten „unfreundlichen Staaten“ unter staatliche Aufsicht zu stellen. Diese Regelungen wurden in den vergangenen Jahren mehrfach angewendet und betreffen vor allem Firmen mit Sitz in Europa oder Nordamerika.
Durch die Übertragung der Verwaltung verliert das betroffene Unternehmen den operativen Einfluss auf seine Produktionsstätten. Entscheidungen über Betrieb, Personal und wirtschaftliche Nutzung liegen nun nicht mehr beim bisherigen Eigentümer, sondern bei staatlich eingesetzten Stellen.
Die betroffenen Werke gehören zu den industriell bedeutenden Standorten des Konzerns im russischen Markt. Dort wurden bislang Baustoffe für den lokalen und regionalen Bedarf hergestellt. Die Produktion war vor allem auf den russischen Binnenmarkt ausgerichtet.
Solche Eingriffe in ausländisches Eigentum haben in Russland in den letzten Jahren zugenommen. Sie stehen im Zusammenhang mit der politischen Konfrontation zwischen Russland und westlichen Staaten sowie mit wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur stärkeren Kontrolle strategischer Industrien.
Die aktuelle Russland Enteignung reiht sich damit in eine Serie staatlicher Eingriffe ein, die den rechtlichen Status ausländischer Investitionen im Land verändern. Für internationale Beobachter zeigt sich daran eine deutliche Verschiebung der wirtschaftspolitischen Linie hin zu mehr staatlicher Kontrolle.
Auswirkung auf deutsche Unternehmen
Deutsche Firmen mit Russland-Bezug müssen mit erhöhten finanziellen Risiken, möglichen Abschreibungen und Unsicherheiten in ihren Lieferketten rechnen. Investitionsentscheidungen in politisch instabilen Regionen gewinnen dadurch eine neue Dimension der Vorsicht.
Handlungsempfehlungen
- Auslandsrisiken einmal jährlich systematisch prüfen: Führen Sie für alle Auslandsgeschäfte eine feste Risiko-Überprüfung ein (politisch, rechtlich, wirtschaftlich) – selbst wenn Sie nur indirekt über Lieferanten betroffen sind. Eine einfache Checkliste reicht für den Anfang.
- Verträge rechtlich absichern: Lassen Sie bestehende internationale Verträge darauf prüfen, wie schnell Sie bei politischen Eingriffen aussteigen oder umstellen können. Kündigungsfristen, Gerichtsstand und Haftungsfragen sollten klar geregelt sein.
- Lieferanten bewusst doppelt absichern: Arbeiten Sie nie nur mit einem internationalen Hauptlieferanten. Legen Sie sich mindestens eine europäische oder deutsche Alternative als Backup an – auch wenn sie aktuell teurer ist.
Bildquelle¹: © die Mitteilung / KI-Erstellung mit ChatGPT (OpenAI), 2026