Die Zahl der Beschwerden über unerlaubte Werbeanrufe ist in Deutschland erneut gestiegen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 21.552 Beschwerden registriert. Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht dies einem Anstieg von 13 Prozent. Damit setzt sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fort, in denen die Behörde ebenfalls eine wachsende Zahl entsprechender Meldungen verzeichnete.
Ein erheblicher Teil der Beschwerden betraf Werbeanrufe im Zusammenhang mit Gewinnspielen. Knapp 30 Prozent der gemeldeten Fälle entfielen auf diesen Bereich. Darüber hinaus beschwerten sich Verbraucher unter anderem über Telefonwerbung für Dienstleistungen, Handwerkerangebote sowie Strom- und Gastarife. Damit verteilten sich die Beschwerden über unerlaubte Werbeanrufe auf unterschiedliche Angebote und Wirtschaftszweige.
Nach der geltenden Rechtslage dürfen Unternehmen Verbraucher telefonisch nur dann zu Werbezwecken kontaktieren, wenn zuvor eine ausdrückliche Einwilligung vorliegt. Diese Zustimmung muss im Bedarfsfall nachvollziehbar nachgewiesen werden können. Eine lediglich vermutete Einwilligung oder eine Zustimmung, die erst während des Gesprächs eingeholt wird, erfüllt die gesetzlichen Anforderungen nicht.
Verstöße gegen diese Vorschriften können von der Bundesnetzagentur verfolgt und mit Bußgeldern von bis zu 300.000 Euro geahndet werden. Im Jahr 2025 verhängte die Behörde wegen unerlaubter Werbeanrufe Bußgelder in einer Gesamthöhe von rund 1,1 Millionen Euro. Darüber hinaus kann sie Maßnahmen gegen missbräuchlich genutzte Rufnummern ergreifen und deren weitere Verwendung untersagen.
Auswirkung auf deutsche Unternehmen
Unternehmen mit telefonischem Kundenkontakt sollten ihre Einwilligungs- und Dokumentationsprozesse regelmäßig überprüfen. Rechtssichere Abläufe helfen dabei, Bußgelder, Beschwerden und Reputationsschäden zu vermeiden.
Handlungsempfehlungen
- Überprüfen Sie Ihre Kundeneinwilligungen regelmäßig: Stellen Sie sicher, dass alle Werbeeinwilligungen vollständig dokumentiert, aktuell und jederzeit nachvollziehbar sind.
- Etablieren Sie verbindliche Compliance-Prozesse: Definieren Sie klare Regeln für Marketing, Vertrieb und externe Dienstleister, damit gesetzliche Vorgaben im Tagesgeschäft konsequent eingehalten werden.
- Setzen Sie auf Vertrauen statt Reichweite: Investieren Sie in transparente Kommunikation und freiwillige Kundenkontakte – eine hohe Kontaktqualität führt langfristig zu besseren Geschäftsbeziehungen als ungewollte Werbung.
Bildquelle¹: © die Mitteilung / KI-Erstellung mit ChatGPT (OpenAI), 2026