Zum Inhalt springen

China beschleunigt offenbar den Abschied von Windows

Staatlich verbundene Einrichtungen in China sollen Windows früher als geplant von ihren Rechnern entfernen und durch heimische Systeme ersetzen.
18. August 2026 durch
Redaktion

China beschleunigt offenbar den Austausch von Windows in Teilen seiner staatlich verbundenen Einrichtungen. Das chinesische Ministerium für Staatssicherheit soll einige dieser Einrichtungen angewiesen haben, eine speziell für chinesische Behörden entwickelte Version von Windows 10 früher als bislang vorgesehen von ihren Computern zu entfernen. Die Informationen beruhen auf Berichten unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Der bislang für Februar 2027 vorgesehene Abschalttermin soll dadurch um mehrere Monate vorgezogen werden.

Als Grund für die beschleunigte Umstellung werden Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit genannt. Konkrete Sicherheitslücken in der betroffenen Version von Windows in China wurden dabei nicht öffentlich benannt. Microsoft erklärte, dem Unternehmen sei kein Sicherheitsvorfall bei diesem Produkt bekannt. Zudem sollen für die speziell angepasste Windows-Version weiterhin Sicherheitsupdates bereitgestellt werden. Die Software war eigens für den Einsatz bei chinesischen Regierungsstellen entwickelt worden.

Hinter der betroffenen Windows-Version steht ein im Jahr 2016 gegründetes Gemeinschaftsunternehmen von Microsoft und der staatlichen China Electronics Technology Group. Das Betriebssystem wurde speziell an chinesische Sicherheitsanforderungen angepasst. Dennoch verfolgt Peking seit mehreren Jahren das Ziel, ausländische Hard- und Software in staatlichen Einrichtungen schrittweise durch heimische Alternativen zu ersetzen. Die aktuellen Berichte über Windows in China betreffen staatlich verbundene Einrichtungen und bedeuten kein allgemeines Verbot des Betriebssystems für chinesische Unternehmen oder Privatpersonen.

Die Entwicklung steht zugleich im Kontext des langjährigen Technologiekonflikts zwischen China und den USA. Washington hat den Zugang chinesischer Unternehmen zu bestimmten Hochleistungschips und weiteren Technologien durch Exportbeschränkungen begrenzt. China fördert seinerseits heimische Anbieter und entwickelt eigene Alternativen bei Hardware und Software. Der offenbar beschleunigte Austausch von Windows in China fügt sich damit in Pekings längerfristige Strategie ein, staatlich genutzte Informationstechnik stärker auf heimische Systeme umzustellen.

Auswirkung auf deutsche Unternehmen

Unterschiedliche technologische Standards auf wichtigen Auslandsmärkten können zusätzliche Anforderungen schaffen. Deutsche Unternehmen sollten besonders Abhängigkeiten von einzelnen Softwareanbietern kennen.

Handlungsempfehlungen

  1. Erstellen Sie eine Übersicht Ihrer wichtigsten Software-Abhängigkeiten: Halten Sie fest, welche zentralen Arbeitsabläufe von Microsoft oder anderen einzelnen Anbietern abhängig sind und welche Alternativen grundsätzlich verfügbar wären.

  2. Sichern Sie die Übertragbarkeit Ihrer Unternehmensdaten: Prüfen Sie regelmäßig, ob wichtige Dokumente, Kundendaten und Arbeitsstände exportiert und in anderen Systemen weiterverwendet werden können.

  3. Planen Sie einen digitalen Notfallweg: Definieren Sie für Ihre wichtigsten Geschäftsprozesse eine Alternative, falls eine zentrale Software oder Cloud-Anwendung kurzfristig nicht verfügbar ist.

Bildquelle¹: © die Mitteilung / KI-Erstellung mit ChatGPT (OpenAI), 2026



Redaktion 18. August 2026
Diesen Beitrag teilen
Archiv