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Cum-Ex und Cum-Cum: Staat fordert Milliarden zurück

Bei der Aufarbeitung von Cum-Ex und Cum-Cum steigen die abgeschlossenen Verfahren und Rückforderungen deutlich – allein bei Cum-Ex geht es inzwischen um rund 3,57 Milliarden Euro.
21. August 2026 durch
Redaktion

Die deutschen Finanzbehörden haben weitere Verfahren im Zusammenhang mit Cum-Ex und Cum-Cum rechtskräftig abgeschlossen. Bei Cum-Ex sind inzwischen 208 Fälle abgeschlossen. Dabei wurden Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag in Höhe von insgesamt rund 3,57 Milliarden Euro zurückgefordert oder entsprechende Steuererstattungen abgelehnt. Ende 2024 lag der veröffentlichte Stand noch bei 188 Fällen und rund 3,1 Milliarden Euro.

Besonders deutlich ist die Entwicklung bei Cum-Cum. Inzwischen sind 96 Steuerverfahren rechtskräftig abgeschlossen. Dabei wurden rund 840 Millionen Euro Kapitalertragsteuer zurückgefordert oder entsprechende Steueranrechnungen nicht gewährt. Ende 2024 waren 81 abgeschlossene Fälle mit einem Volumen von knapp 227 Millionen Euro erfasst.

Bei Cum-Ex wurden Aktien rund um den Dividendenstichtag zwischen mehreren Beteiligten gehandelt, sodass Kapitalertragsteuer mehrfach erstattet werden konnte, obwohl sie nicht entsprechend mehrfach gezahlt worden war. Bei Cum-Cum wurden Aktien deutscher Unternehmen rund um den Dividendenstichtag zwischen ausländischen und inländischen Beteiligten übertragen, um die steuerliche Belastung auf Dividenden zu reduzieren. Die Aufarbeitung von Cum-Ex und Cum-Cum beschäftigt Finanzverwaltung, Ermittlungsbehörden und Gerichte seit Jahren.

Die aktuellen Zahlen stammen aus der fortlaufenden steuerlichen Aufarbeitung der Geschäfte. Die Linke fordert angesichts weiterhin offener Fälle zusätzliche Anstrengungen bei der Bekämpfung von Finanzkriminalität. Damit bleiben Cum-Ex und Cum-Cum auch Jahre nach Bekanntwerden der Geschäfte Gegenstand von Steuerverfahren und der politischen Debatte über die konsequente Aufarbeitung komplexer Finanzgeschäfte.

Auswirkung auf deutsche Unternehmen

Die Aufarbeitung von Cum-Ex und Cum-Cum unterstreicht die Bedeutung transparenter Steuer- und Compliance-Prozesse. Komplexe Finanztransaktionen sollten nachvollziehbar dokumentiert und fachlich geprüft werden.

Handlungsempfehlungen

  1. Führen Sie einen jährlichen Steuer- und Compliance-Check durch. Prüfen Sie gemeinsam mit Ihrer Steuerberatung, ob Prozesse, Dokumentationen und Verantwortlichkeiten noch den aktuellen gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

  2. Dokumentieren Sie wichtige finanzielle Entscheidungen nachvollziehbar. Halten Sie bei größeren Investitionen, Finanzierungen oder ungewöhnlichen Geschäftsvorgängen fest, wer die Entscheidung geprüft und auf welcher Grundlage sie getroffen hat.

  3. Nutzen Sie ein Vier-Augen-Prinzip bei sensiblen Vorgängen. Lassen Sie größere Zahlungen, neue Bankverbindungen und steuerlich relevante Sonderfälle grundsätzlich von einer zweiten verantwortlichen Person kontrollieren und freigeben.

Bildquelle¹: © die Mitteilung / KI-Erstellung mit ChatGPT (OpenAI), 2026



Redaktion 21. August 2026
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