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EU-Kommissar fordert Ende deutscher Grenzkontrollen

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner spricht sich für einen schrittweisen Abbau der deutschen Grenzkontrollen aus. Die Bundesregierung hält bislang an den Maßnahmen fest.
16. Juli 2026 durch
Redaktion

Seit dem 16. September 2024 werden an allen deutschen Landgrenzen deutsche Grenzkontrollen durchgeführt. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner sprach sich nun dafür aus, diese Maßnahmen schrittweise zurückzufahren. Nach seiner Einschätzung haben sich die Voraussetzungen innerhalb der Europäischen Union durch den besseren Schutz der Außengrenzen sowie die seit dem 12. Juni 2026 geltenden Regeln des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems verändert. Aus seiner Sicht sollte deshalb geprüft werden, ob die deutschen Grenzkontrollen schrittweise reduziert werden können.

Brunner verwies darauf, dass nach vorläufigen Daten der Europäischen Grenzschutzagentur Frontex im ersten Halbjahr 2026 rund 37 Prozent weniger irreguläre Grenzübertritte an den EU-Außengrenzen festgestellt wurden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zudem seien mit den neuen europäischen Asylregelungen wichtige Voraussetzungen für eine engere Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten geschaffen worden. Gleichzeitig betonte er, dass der Schutz der EU-Außengrenzen auch künftig eine zentrale Grundlage für die Freizügigkeit innerhalb des Schengen-Raums bleiben müsse.

Die Bundesregierung hält derzeit jedoch an ihrem bisherigen Kurs fest. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt befürwortet die deutschen Grenzkontrollen, die nach aktueller Beschlusslage bis Mitte September 2026 gelten. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums sollen die Maßnahmen weiterhin unerlaubte Einreisen begrenzen und die Bekämpfung von Schleusungsdelikten unterstützen. 

Mit den unterschiedlichen Positionen setzt sich die Diskussion innerhalb der Europäischen Union über den künftigen Umgang mit den deutschen Grenzkontrollen fort. Während die Europäische Kommission eine schrittweise Rückkehr zu einem möglichst kontrollfreien Schengen-Raum unterstützt, halten mehrere Mitgliedstaaten nationale Grenzkontrollen weiterhin für ein geeignetes Instrument zur Sicherung ihrer Grenzen. 

Auswirkung auf deutsche Unternehmen

Die bestehenden Grenzkontrollen können bei grenzüberschreitenden Fahrten zu längeren Reise- und Transportzeiten führen. Unternehmen mit internationalen Lieferungen oder regelmäßig grenzüberschreitend eingesetzten Beschäftigten sollten daher weiterhin ausreichende Zeitreserven einplanen.

Handlungsempfehlungen

  1. Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Notfall- und Einsatzplanung. Wenn Mitarbeitende oder Lieferungen grenzüberschreitend unterwegs sind, sollten alternative Routen, Zeitpuffer und Vertretungsregelungen bereits im Voraus definiert sein.

  2. Stärken Sie Ihre unternehmerische Resilienz durch flexible Prozesse. Planen Sie Abläufe so, dass kurzfristige politische oder behördliche Änderungen den Geschäftsbetrieb möglichst wenig beeinträchtigen und Entscheidungen schnell umgesetzt werden können.

  3. Nutzen Sie politische Entwicklungen als Anlass für einen Strategie-Check. Bewerten Sie in regelmäßigen Abständen, welche gesetzlichen oder europäischen Veränderungen Ihr Unternehmen künftig beeinflussen könnten, und leiten Sie frühzeitig geeignete Maßnahmen ab.

Bildquelle¹: © die Mitteilung / KI-Erstellung mit ChatGPT (OpenAI), 2026



Redaktion 16. Juli 2026
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