Die Erbschaftsteuer sorgt weiterhin für politische Auseinandersetzungen zwischen Union und SPD. Beide Koalitionspartner vertreten unterschiedliche Positionen dazu, ob und wie die bestehenden Regelungen für große Vermögen und Betriebsvermögen verändert werden sollen. Im Mittelpunkt steht insbesondere die zukünftige steuerliche Behandlung vererbter Unternehmensvermögen. Eine entsprechende Gesetzesänderung ist bislang nicht beschlossen.
Die SPD setzt sich für eine Reform der Erbschaftsteuer ein. Ihr Konzept sieht unter anderem einen persönlichen Lebensfreibetrag von einer Million Euro sowie einen Freibetrag von fünf Millionen Euro für Betriebsvermögen vor. Die bisherigen Verschonungsregelungen für Unternehmensvermögen sollen nach den Vorstellungen der SPD verändert werden. Vertreter von CDU und CSU haben die Pläne kritisiert und insbesondere vor zusätzlichen Belastungen bei Unternehmensübertragungen gewarnt.
Parallel zur politischen Debatte bleibt auch die bestehende Rechtslage Gegenstand eines verfassungsrechtlichen Verfahrens. Das derzeitige System ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen steuerliche Begünstigungen bei der Übertragung von Betriebsvermögen. Beim Bundesverfassungsgericht ist weiterhin ein Verfahren zur Ausgestaltung dieser Regelungen anhängig. Eine Entscheidung dazu liegt bislang nicht vor.
Wie sich Union und SPD bei einer möglichen Reform der Erbschaftsteuer verständigen werden, ist derzeit offen. Ein entsprechendes neues Gesetz ist bislang nicht beschlossen. Bis zu einer gesetzlichen Änderung gelten daher weiterhin die bestehenden Vorschriften.
Auswirkung auf deutsche Unternehmen
Eine Reform der Erbschaftsteuer könnte vor allem Familienunternehmen bei Nachfolge, Liquiditätsplanung und Unternehmensbewertung betreffen. Kurzfristig gelten weiterhin die bestehenden Vorschriften; konkrete Änderungen sind bislang nicht beschlossen.
Handlungsempfehlungen
Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Eigentums- und Vertretungsstrukturen. Klare Zuständigkeiten, aktuelle Vollmachten und dokumentierte Nachfolgeregelungen reduzieren operative Risiken, wenn sich steuerliche oder rechtliche Rahmenbedingungen verändern.
Planen Sie finanzielle Reserven vorausschauend. Eine belastbare Liquiditätsplanung verschafft Ihrem Unternehmen mehr Handlungsspielraum bei unerwarteten Steuerbelastungen, Investitionen oder gesetzlichen Änderungen.
Lassen Sie wichtige Unternehmensregelungen regelmäßig prüfen. Steuerliche, gesellschaftsrechtliche und organisatorische Strukturen sollten in festen Abständen aktualisiert werden, damit Ihr Unternehmen auf neue politische Vorgaben vorbereitet bleibt.
Bildquelle¹: © die Mitteilung / KI-Erstellung mit ChatGPT (OpenAI), 2026