Die Europäische Union bereitet eine deutliche Ausweitung ihrer Russland-Sanktionen vor. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kündigte für den Herbst die nach ihren Angaben weitreichendste Erweiterung der Sanktionsliste seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine an. Bei einer Annahme könnte die Zahl der gelisteten Personen und Organisationen um rund ein Drittel steigen.
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 hat die EU insgesamt 21 Sanktionspakete gegen Russland beschlossen. Die Maßnahmen umfassen unter anderem Handelsbeschränkungen, Finanzsanktionen und Exportverbote sowie Sanktionen gegen zahlreiche Einzelpersonen und Organisationen. Mit weiteren Russland-Sanktionen will die EU den Druck auf Moskau erhöhen.
Kallas begründete die geplante Verschärfung mit dem anhaltenden Krieg gegen die Ukraine. Im Juli wurden nach Angaben der UN-Menschenrechtsmission mindestens 437 Zivilisten in der Ukraine getötet und 2.610 verletzt. Auch Mitte August meldeten beide Kriegsparteien erneut umfangreiche Drohnen- und Raketenangriffe.
Welche Personen oder Organisationen von den geplanten Russland-Sanktionen neu erfasst werden sollen, ist bislang nicht bekannt. Kallas kündigte die Vorlage der erweiterten Sanktionsliste für den Herbst an. Damit die Maßnahmen in Kraft treten können, müssen die erforderlichen Entscheidungen auf EU-Ebene getroffen werden.
Auswirkung auf deutsche Unternehmen
Die angekündigten Russland-Sanktionen sind besonders für Unternehmen mit internationalen Geschäftsbeziehungen relevant. Welche zusätzlichen Vorgaben entstehen, steht jedoch erst nach der konkreten Ausgestaltung der Maßnahmen fest.
Handlungsempfehlungen
Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Geschäftskontakte: Integrieren Sie bei neuen Kunden, Lieferanten und Kooperationspartnern eine feste Prüfung relevanter Sanktionslisten in Ihren Geschäftsprozess. Das schafft zusätzliche Sicherheit bei neuen Geschäftsbeziehungen.
Dokumentieren Sie wichtige Geschäftsentscheidungen nachvollziehbar: Halten Sie bei größeren Aufträgen, neuen Partnern oder internationalen Zahlungen fest, welche Prüfungen durchgeführt wurden. Eine klare Dokumentation erleichtert interne Kontrollen und reduziert organisatorische Risiken.
Definieren Sie einen Verantwortlichen für regulatorische Änderungen: Bestimmen Sie eine Person, die relevante gesetzliche und wirtschaftspolitische Neuerungen regelmäßig prüft und intern weitergibt. So erreichen wichtige Änderungen schnell die zuständigen Mitarbeitenden.
Bildquelle¹: © die Mitteilung / KI-Erstellung mit ChatGPT (OpenAI), 2026