Vor der Küste Namibias könnte erstmals weltweit Phosphat in großem Umfang vom Meeresboden gewonnen werden. Vor der Hafenstadt Walvis Bay plant das Unternehmen Namibian Marine Phosphate das sogenannte Sandpiper-Projekt. Der Phosphatabbau in Namibia soll in etwa 200 bis 300 Metern Wassertiefe auf einer großen Fläche des Meeresbodens erfolgen. Die zuständigen Behörden haben die notwendigen Umweltgenehmigungen für den geplanten marinen Phosphatabbau erteilt.
Für den geplanten Abbau soll von einem Schiff aus ein großes Saugrohr eingesetzt werden, mit dem Sediment vom Meeresboden aufgenommen wird. Nach den Planungen könnten jährlich mehrere Millionen Tonnen Material an die Oberfläche gelangen. Bestandteile ohne verwertbares Phosphat sollen anschließend wieder ins Meer zurückgeführt werden. Phosphat ist ein wichtiger Ausgangsstoff für die Herstellung von Düngemitteln und damit für die internationale Landwirtschaft von Bedeutung.
Gegen den geplanten Phosphatabbau in Namibia gibt es erheblichen Widerstand. Hunderte Menschen demonstrierten in Walvis Bay und forderten eine erneute Prüfung der Umweltgenehmigungen sowie der möglichen Auswirkungen auf die Fischerei, Arbeitsplätze und die Küstenregion. Auch Namibias Präsidentin Netumbo Nandi-Ndaitwah und die Jugendorganisation der Regierungspartei SWAPO positionierten sich gegen das seit Jahren diskutierte Vorhaben.
Umweltschutzorganisationen und Vertreter der Fischerei äußern Bedenken hinsichtlich möglicher Veränderungen des Meeresbodens und der dortigen Ökosysteme. Das verantwortliche Unternehmen widerspricht den Befürchtungen und verweist unter anderem auf andere wirtschaftliche Nutzungen des Meeresbodens vor Namibia. Trotz der erteilten Umweltgenehmigungen kann der Phosphatabbau in Namibia noch nicht vollständig starten, da für weitere Bestandteile des Projekts zusätzliche Genehmigungen erforderlich sind.
Auswirkung auf deutsche Unternehmen
Phosphat ist ein bedeutender Rohstoff für die Düngemittelproduktion. Für deutsche Unternehmen ist das Projekt vor allem bei Rohstoffmärkten, Beschaffung und Lieferketten relevant; eine kommerzielle Förderung findet derzeit noch nicht statt.
Handlungsempfehlungen
Ermitteln Sie kritische Abhängigkeiten: Prüfen Sie bei Ihren wichtigsten Produkten und Dienstleistungen, von welchen Rohstoffen, Zulieferern oder externen Leistungen Ihr Unternehmen besonders abhängig ist, und dokumentieren Sie mögliche Alternativen.
Fordern Sie mehr Transparenz von Lieferanten: Fragen Sie bei wichtigen Geschäftspartnern nach Herkunft, Verfügbarkeit und möglichen Risiken zentraler Materialien oder Vorprodukte. So können Sie Engpässe früher erkennen und reagieren.
Nutzen Sie Nachhaltigkeit als Einkaufskriterium: Ergänzen Sie Ihre Lieferantenbewertung um nachvollziehbare Umwelt- und Sozialkriterien. Dokumentierte Standards können Ihnen bei Beschaffung, Kundenanfragen und zukünftigen regulatorischen Anforderungen helfen.
Bildquelle¹: © die Mitteilung / KI-Erstellung mit ChatGPT (OpenAI), 2026