Die Europäische Union arbeitet aktuell an einer Verschiebung der neuen Entwaldungsverordnung (EUDR), die ursprünglich bereits 2025 umfassend greifen sollte. Der Regelungsrahmen verpflichtet Unternehmen dazu, für bestimmte Rohstoffe wie Holz, Kakao, Kaffee oder Soja detailliert nachzuweisen, dass deren Herstellung nicht zur Entwaldung beigetragen hat.
Da viele Firmen noch nicht über ausgereifte Kontroll- und Dokumentationsstrukturen verfügen, wird nun eine Fristverlängerung geprüft. Für größere Unternehmen soll sich die verpflichtende Umsetzung um mehrere Monate nach hinten verschieben; kleinere Betriebe sollen sogar noch länger Zeit erhalten. Ziel ist es, den hohen bürokratischen Aufwand abzufedern und die technische Umsetzung – beispielsweise bei Herkunftsnachweisen und Traceability-Systemen – realistisch planbar zu gestalten.
Trotz der geplanten Verlängerung bleibt das Grundprinzip der Verordnung unverändert: Unternehmen müssen künftig tiefere Einblicke in ihre Lieferketten gewährleisten, Risiken bewerten und entsprechende Nachweise dokumentieren.
Auswirkung auf deutsche Unternehmen
Deutsche Unternehmen gewinnen durch die Verschiebung Zeit, ihre Lieferketten transparenter aufzubauen, Daten sauber zu erfassen und Compliance-Prozesse geordnet zu implementieren – ohne dabei den laufenden Geschäftsbetrieb zu gefährden.
Handlungsempfehlungen
- Dokumentationsstandards im Unternehmen vereinheitlichen: Setzen Sie klare Regeln, wie Lieferanten-, Projekt- oder Produktionsdaten intern erfasst werden – so lassen sich neue Berichtspflichten einfacher erfüllen.
- Datenqualität verbessern: Prüfen Sie regelmäßig, ob Kundendaten, Lieferanteninfos oder Produktdaten vollständig und korrekt sind, und schaffen Sie Verantwortlichkeiten für Pflege und Kontrolle.
- Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil einsetzen: Kommunizieren Sie transparente Prozesse (z. B. CO₂-Reduktion, saubere Lieferketten) und nutzen Sie diese aktiv im Marketing, um Vertrauen bei Kunden und Partnern zu stärken.
Bildquelle¹: KI-generiert mit ChatGPT (OpenAI)