Goldman Sachs hat seinen Beschäftigten den Handel mit bestimmten Kontrakten auf sogenannten Prognosemärkten untersagt. Betroffen sind ereignisbezogene Finanzwetten auf Unternehmen, Finanzmärkte sowie politische Entwicklungen. Das Verbot gilt unter anderem für Plattformen wie Kalshi und Polymarket, auf denen Nutzer auf den Eintritt bestimmter zukünftiger Ereignisse setzen können. Mit der Regelung reagiert die Investmentbank auf mögliche Interessenkonflikte im Zusammenhang mit solchen Handelsgeschäften.
Auf Prognosemärkten werden Kontrakte gehandelt, deren Wert vom Eintritt eines zukünftigen Ereignisses abhängt. Dabei kann es sich beispielsweise um Unternehmenskennzahlen, geldpolitische Entscheidungen von Zentralbanken, Wahlausgänge oder andere wirtschaftlich relevante Entwicklungen handeln. Goldman Sachs untersagt seinen Beschäftigten künftig den Handel mit Kontrakten, die einen Bezug zu Unternehmen, Finanzmärkten oder politischen Ereignissen haben. Wetten auf Sport- oder Unterhaltungsveranstaltungen sind von der Regelung nicht betroffen.
Nach Angaben des Unternehmens soll die neue Vorgabe dazu beitragen, tatsächliche oder mögliche Interessenkonflikte bei ereignisbezogenen Kontrakten zu begrenzen. Verstöße gegen die internen Regeln können arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Darüber hinaus behält sich Goldman Sachs vor, unzulässig erzielte Gewinne einzuziehen und weitere interne Maßnahmen zu ergreifen.
Prognosemärkte haben in den vergangenen Jahren international deutlich an Bedeutung gewonnen. Die Plattformen ermöglichen den Handel mit Kontrakten auf zukünftige Ereignisse und stoßen sowohl bei Marktteilnehmern als auch bei Regulierungsbehörden auf wachsendes Interesse. Gleichzeitig wird verstärkt darüber diskutiert, wie solche Angebote regulatorisch einzuordnen sind und welche Anforderungen sich daraus für den Umgang mit sensiblen Informationen ergeben.
Auswirkung auf deutsche Unternehmen
Unternehmen mit sensiblen Finanz-, Kunden- oder Transaktionsdaten sollten prüfen, ob ihre Compliance-Regeln digitale Prognosemärkte bereits abdecken. Besonders relevant ist dies für Organisationen, deren Beschäftigte Zugang zu nicht öffentlichen Geschäftsinformationen besitzen.
Handlungsempfehlungen
Überprüfen Sie Ihre internen Unternehmensrichtlinien: Stellen Sie sicher, dass Regeln zum Umgang mit vertraulichen Informationen, Interessenkonflikten und Compliance aktuell und für alle Mitarbeitenden verständlich formuliert sind.
Schaffen Sie ein stärkeres Bewusstsein für Datenschutz und Vertraulichkeit: Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeitenden regelmäßig dafür, welche Unternehmensinformationen geschützt werden müssen und wie verantwortungsvoll damit umzugehen ist.
Dokumentieren Sie klare Verantwortlichkeiten: Definieren Sie nachvollziehbare Prozesse für den Umgang mit sensiblen Informationen und legen Sie feste Ansprechpartner für Compliance- und Datenschutzfragen fest.
Bildquelle¹: © die Mitteilung / KI-Erstellung mit ChatGPT (OpenAI), 2026